Warum wir technische und naturbasierte Lösungen zur CO₂-Reduzierung brauchen

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In einer Zeit, in der der Klimawandel unaufhaltsam voranschreitet und die Rufe nach effektiven Lösungen immer lauter werden, gewinnt das Thema Künstliche Intelligenz (KI) zunehmend an Bedeutung. 

Die technologischen Fortschritte im Bereich der KI bieten vielfältige Möglichkeiten, um nachhaltige Lösungen für eine bessere Zukunft zu schaffen. Ein Bereich, in dem KI besonders relevant ist, ist die CO₂-Speicherung und -Abscheidung (Carbon Capture and Storage, CCS). Diese zielt darauf ab, das Treibhausgas aus Rauchgasen zu entfernen und es sicher in alten Bergwerken oder unter dem Meer zu lagern. Doch während wir CCS als eine wichtige Ergänzung betrachten können, um Emissionen zu reduzieren, sollten wir nicht vergessen, dass technische Lösungen allein keine lebenswichtigen Habitate schaffen können.1

Warum wir sowohl technische als auch naturbasierte Lösungen brauchen, um eine nachhaltige Zukunft zu gestalten, schauen wir uns jetzt an!

CO₂-Abscheidung und -Speicherung: Der Weg raus aus der Klimakrise?

CO2-Abscheidung und -Speicherung

CO₂ unter der Erde verpressen? Diese Methode wird derzeit heiß diskutiert und spaltet die Meinungen der Politiker:innen. Das sogenannte CCS-Verfahren (Carbon Capture and Storage) soll durch Abtrennung und Nutzung von klimaschädlichem Kohlendioxid den Klimaschutz unterstützen.

Für den Weltklimarat IPCC zählt dieses innovative Verfahren zu den essenziellen Strategien, um die Klimaerwärmung unter Kontrolle zu bekommen.1 

 

Herausforderungen und Kosten von CCS

Die CCS-Technik kann zwar 65 bis 80 Prozent des CO₂ dauerhaft aus der Atmosphäre fernhalten, aber der zusätzliche Energieaufwand und die Umweltrisiken sind problematisch.

Leckagen von CO₂ können schädliche Auswirkungen auf Grundwasser, Boden und Umwelt haben.2 Zudem bietet CCS insbesondere für energieintensive Industriezweige mit unvermeidbaren CO₂-Emissionen wie Stahl, Kalk, Zement, der chemischen Industrie und Raffinerien sowie für fossile Kraftwerke (Braunkohle und Steinkohle) eine Möglichkeit, ihre hohen Emissionen zu reduzieren.3

Neben den ökologischen Bedenken gibt es auch wirtschaftliche Aspekte, die bei der Betrachtung von CCS berücksichtigt werden müssen. Die Industrie argumentiert, dass ein CO₂-Preis von etwa 800 Euro pro Tonne erforderlich ist, um die CCS-Technologie zu einem rentablen Geschäftsmodell zu machen. Doch diese Kosten sind noch nicht alles. Der Transport des abgeschiedenen Gases zu den Lagerstätten erfordert eine aufwendige und kostenintensive Infrastruktur wie CO₂-Pipelines.4 Diese zusätzlichen Kosten müssen wir dringend berücksichtigen, wenn wir über die Zukunft von CCS sprechen.

Zudem erfordert die Nutzung von CCS strenge Vorschriften und Überwachung, da die Technologie noch erforscht wird und geeignete Speicher begrenzt sind.2

Die Grenzen technischer Lösungen

Die Grenzen technischer Lösungen

CCS kann also nur eine Ergänzung sein und sollte nicht die Vermeidung von CO₂-Emissionen und den Umstieg auf erneuerbare Energien ersetzen. Deutschland plant, CCS für unvermeidbare Emissionen einzusetzen, beispielsweise in der Landwirtschaft, Zementproduktion und Müllverbrennung. Langfristig wird angestrebt, mehr CO₂ zu binden als freizusetzen, was negative Emissionsmethoden erfordert.5 Diese ermöglichen die Reduktion von bereits freigesetztem CO₂ aus der Atmosphäre oder die direkte Abscheidung von CO₂ an der Emissionsquelle aus den Abgasen. Die Entnahme von CO₂ kann entweder rein technologisch erfolgen oder durch den Einsatz von Pflanzen.6

Carbon Capture hat also zweifellos Potenzial. Doch sollten wir nicht vergessen, dass sie keine natürlichen CO₂-Senken wie Wälder ersetzen kann. Die CCS-Technik ist also keine Alternative zur Vermeidung und Substitution von Treibhausgasemissionen, sondern kann nur unvermeidbare Emissionen aus bestimmten Industriezweigen ausgleichen.

Was ist also die Lösung? Damit unsere Welt schnellstmöglich klimaneutral wird, müssen wir der Atmosphäre mehr Kohlenstoffdioxid entziehen, als wir ausstoßen. Zudem muss es so lange wie möglich gespeichert werden.1

Generationenwälder als Teil der Klimalösung

Schaffung von CO2-Senken

Statt uns ausschließlich auf technische Maßnahmen zu verlassen, sollten wir auch auf naturbasierte Lösungen setzen. Aufforstungsprojekte beispielsweise sind in der Lage, ähnliche Effekte wie CCS zu erzielen – und das zu einem Bruchteil der Kosten.

Mit der Wiederaufforstung tropischer Regenwälder in Panama können wir bereits jetzt effektiv gegen den Klimawandel vorgehen. Denn wir pflanzen genau dort Bäume, wo der Bedarf aufgrund der enormen Zerstörung besonders hoch ist. Ab 56 Euro monatlich kannst du bereits 1000 m² Regenwald aufforsten und so ganze 2 t CO₂ jährlich kompensieren.

Außerdem schaffen wir durch die Wiederherstellung von Wäldern nicht nur CO₂-Senken, sondern tragen auch zur Regulierung des Klimas bei. 

Durch die Aufforstung und den Schutz unserer Generationenwälder können natürliche Habitate wiederhergestellt, das Artenreichtum gefördert und auch die Verfügbarkeit von sauberem Wasser verbessert werden.

Jetzt informieren

KI als Unterstützung für Umweltschutz und Nachhaltigkeit

Errichtung von Smart Cities

Neben der CCS-Technologie gibt es noch viele weitere Möglichkeiten, um Künstliche Intelligenz (KI) zur Unterstützung von Klimaschutzmaßnahmen zu nutzen. KI lässt sich unter anderem einsetzen, um Daten zu analysieren, Muster zu erkennen und fundierte Entscheidungen zu treffen. Dabei kann die anwendungsorientierte Forschung des DFKI (Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz) eine kraftvolle Waffe im Kampf für unseren Planeten sein.

KI-basierte Systeme können beispielsweise eingesetzt werden für:7

  • Die Errichtung von Smart Cities
  • Die Detektion von Umweltverschmutzung
  • Die Entwicklung nachhaltiger Methoden in der Agrarwirtschaft
  • Die intelligente Mülltrennung und -beseitigung
  • Eine nachhaltigere Nutzung aquatischer Umgebungen
  • Die zukunftsorientierte Entwicklung grüner Mobilität
  • Die Reduzierung des Energieverbrauchs
  • Die Optimierung der Kreislaufwirtschaft
  • Die umweltbewusste Produktion
  • Die Energieoptimierung
  • Die Reduktion von CO₂-Emissionen
  • Die Steigerung der Ressourceneffizienz
  • Die Schonung von Ressourcen

Fazit

Wie du siehst, geht es darum, KI-basierte Technologien als Ergänzung zu natürlichen Lösungen zu sehen. KI kann dazu beitragen, technische Lösungen wie CCS zu optimieren und effektiver zu machen. Gleichzeitig sollten wir jedoch die natürlichen Lösungen nicht vernachlässigen, die bereits kostengünstiger und ökologisch vorteilhafter sind.

Um eine nachhaltige Zukunft zu gestalten, müssen wir sowohl technische als auch naturbasierte Lösungen miteinander verbinden. KI kann dabei helfen, die Wirksamkeit und Effizienz von Maßnahmen zur CO₂-Speicherung und -Abscheidung zu verbessern. Gleichzeitig sollten wir weiterhin in natürliche CO₂-Senken investieren, indem wir Regenwälder wiederaufforsten.

Quellen

www.deutschlandfunk.de/co2-abscheidung-und-verpressung-essenziell-fuer-klimaschutz-dlf-b9dbebdb-100.html

www.umweltbundesamt.de/themen/wasser/gewaesser/grundwasser/nutzung-belastungen/carbon-capture-storage

3 www.bgr.bund.de/DE/Themen/Nutzung_tieferer_Untergrund_CO2Speicherung/CO2Speicherung/co2speicherung_node.html

4 https://global-energy-solutions.org/wp-content/uploads/2022/05/220506_Factsheet-CCUS.pdf

5 https://www.deutschlandfunk.de/co2-speicherung-abscheidung-ccs-kohlendioxid-100.html

6 https://climatestrike.ch/posts/cap-7-negative-emissions-executive-summary

7 https://www.dfki.de/web/forschung/kompetenzzentren/ki-fuer-umwelt-und-nachhaltigkeit

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