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Corona und Umweltschutz

26.12.2020 | Philipp

Corona + Umweltschutz – Welchen Zusammenhang gibt es?

Wie nur wenige andere Krankheitserreger zuvor hat sich das Corona-Virus innerhalb kürzester Zeit global ausgebreitet und zu einer umfassenden Pandemie entwickelt. Der Ursprung des Erregers liegt nach derzeitigen Erkenntnissen wohl in China. Genauer: bei einer dort lebenden Fledermausart, von der das Virus auf den Menschen übergegangen ist. Es ist nicht das erste Virus, das von Tieren auf Menschen übergeht. Dieses Phänomen tritt immer häufiger auf. Warum ist das so? Wie hängt dieses Phänomen mit Umweltzerstörung und Klimawandel zusammen? Was lässt sich dagegen tun?

Wo kommt Corona her?

Der Verursacher der derzeitigen Pandemie ist das Corona-Virus. Eigentlich muss es heißen, EIN Coronavirus. Denn es gibt viele verschiedene Arten dieser Virusfamilie. Die korrekte Bezeichnung für das aktuelle Virus lautet Sars-Corona-Virus-2. Bereits 2002/2003 gab es einen größeren Sars-Ausbruch mit dem Erreger Sars-CoV-1, ebenfalls ein Coronavirus.

Als Ausbruchsort für die aktuelle Corona-Pandemie gilt die chinesische Stadt Wuhan. Hier wurden erstmals Menschen mit Infektionen registriert. Lange war nicht eindeutig geklärt, wo und wie sich die ersten Menschen mit dem Virus infiziert haben. Schnell gab es aber die Vermutung, dass das Virus von Fledermäusen auf Menschen übergegangen sein konnte. Eine Studie hat diese Vermutung inzwischen bestätigt 1.

Coronaviren sind bei Fledermäusen stark verbreitet. Im Normalfall stecken sich aber die Tiere nur gegenseitig mit dem Virus an. Dass eine der Virusarten Menschen befällt, ist die Ausnahme.

Zoonose: Wenn Viren von Tieren zu Menschen wechseln

Übertragung von Vieren von Tier zu Mensch

Die meisten Viren und Krankheitserreger sind auf einen bestimmten Wirt spezialisiert. Das bedeutet, sie sind auf Voraussetzungen angewiesen, die ihnen nur eine bestimmte Spezies bietet. Das kann eine ganz bestimmte Fledermausart sein – oder auch Menschen. Dass ein Krankheitserreger oder Virus verschiedene Tierarten oder Tiere und Menschen gleichermaßen befallen kann, ist eher die Ausnahme. Ausgeschlossen ist es jedoch keineswegs. Springen Erreger von Infektionskrankheiten von Tieren auf Menschen über, sprechen Wissenschaftler von Zoonosen. Häufig erfolgt dieser Übergang nicht direkt, sondern über Zwischenwirte. Das können Haustiere oder Wildtiere sein. Haben Menschen zu diesen Tieren häufig Kontakt, etwa durch Tierhaltung, Jagd oder Fang, kann das Virus schließlich auf Menschen übergehen. So entstehen Infektionsketten von Wildtieren zu Menschen.

Dieses Phänomen ist keineswegs neu. Und Corona-Viren sind längst nicht die einzigen Viren, die von Tieren auf Menschen übergehen. Viele gefährliche Viruserkrankungen, die in den letzten Jahrzehnten ausgebrochen sind, stammen ursprünglich von Wildtieren:

Wer ist „The Generation Forest“?

Unsere Generationenwälder sind naturnahe Regenwälder die für immer bleiben. Durch nachhaltige Forstwirtschaft, zu fairen Bedingungen vor Ort, erwirtschaften wir eine grüne Dividende für unsere Mitglieder und setzen uns aktiv gegen den Klimawandel ein.

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Wo entstehen Zoonosen?

Im Grunde können Zoonosen überall dort entstehen, wo Menschen Kontakt mit Tieren haben. Die meisten großen Zoonosen hatten in der Vergangenheit ihren Ausgangspunkt in tropischen Waldregionen 2. Hier ist die Artenvielfalt und damit auch die Vielfalt an Krankheitserregern besonders hoch. Dadurch besteht automatisch ein erhöhtes Risiko, dass darunter ein Krankheitserreger ist, der für den Menschen gefährlich sein kann.

Sind tropische Regenwälder also eine Gefahr für die Menschen? Nein – zumindest solange sie intakt sind. In einem intakten Regenwald ist das Ökosystem besonders komplex. Obwohl die hohe Artenvielfalt das Risiko birgt, dass sich potenziell für Menschen gefährliche Krankheitserreger entwickeln, ist sie gewissermaßen gleichzeitig der Garant dafür, dass diese Krankheiten für Menschen keine Gefahr darstellen. Das klingt widersprüchlich.

Biologen sprechen in diesem Zusammenhang vom Dilution Effect. Übersetzen lässt sich diese Bezeichnung am besten als „Verdünnungs-Effekt“. Eine hohe Artenvielfalt sorgt dafür, dass jede einzelne Art in einem Ökosystem nur einen kleinen Anteil ausmacht. Gleichzeitig besteht ein stabiles Gleichgewicht zwischen den verschiedenen Pflanzen- und Tierarten. Das gilt ebenso für die Krankheitserreger, die auf eine bestimmte Tierart spezialisiert sind. Auf diese Weise ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Mensch auf einen potenziell gefährlichen Krankheitserreger trifft, sehr gering3. Hinzu kommt, dass diese Arten mitunter in bislang noch völlig unberührten Regionen der Erde wie tropischen Regenwäldern leben. Gefährlich wird es vor allem, wenn Menschen in die komplexen Ökosysteme eindringen oder sie sogar zerstören.

Zoonosen nehmen zu

Zoonosen nehmen zu

Zoonosen sind kein gänzlich neues Phänomen. Es gibt sie im Grunde schon immer. In der Vergangenheit traten Zoonosen jedoch lokal stark begrenzt und häufig nur bei kleinen Bevölkerungsgruppen auf. Zum Beispiel bei einigen indigenen Gruppen in bestimmten tropischen Regenwaldregionen Südamerikas. Diese Gruppen leben bis heute oft stark isoliert von anderen Bevölkerungsgruppen. Tritt ein Krankheitserreger von einer Tierart auf einen Menschen in einer solchen Gruppe über, kann sich der Erreger kaum verbreiten.

Für die vergangenen Jahrzehnte stellen Wissenschaftler eine starke Zunahme von Zoonosen fest. Gab es 1960 nur etwa 60 Viruserkrankungen, die von Tieren auf Menschen übertragen wurden, gibt es 2020 bereits mehr als 2003.

Einige Forscher sehen in dieser Tendenz eine gefährliche Entwicklung. In ihren Augen ist die aktuelle Corona-Pandemie erst der Anfang einer sehr ernstzunehmenden Bedrohung. Weitaus schlimmere Pandemien könnten ihrer Meinung nach den Menschen in Zukunft noch bevorstehen4.

Gründe für die Zunahme von Zoonosen

Die These, dass es in Zukunft noch mehr und weitaus schlimmere Pandemien zoonotischen Ursprungs geben könnte, ist keineswegs aus der Luft gegriffen. Dass diese Prognose durchaus plausibel ist, zeigt ein Blick auf die Ursachen von Zoonosen:

  1. Eindringen des Menschen in Lebensräume von Wildtieren und dadurch mehr Kontakt zu Tieren mit potenziell gefährlichen Krankheitserregern.
  2. Zerstörung natürlicher Lebensräume von Wildtieren und damit ein massiver Artenrückgang.

Eindringen in Lebensräume von Wildtieren

Lebensräume brauchen Schutz

Ein großes globales Problem ist die zunehmende Flächennutzung durch Menschen. Immer häufiger drängen Menschen dabei in bislang noch unberührte Ökosysteme vor, um Bodenschätze und Rohstoffe zu gewinnen oder zum Fang und zur Jagd von Wildtieren. Auch Siedlungs- und landwirtschaftlich genutzte Flächen rücken oft immer näher an natürliche Lebensräume für Wildtiere. Auf diese Weise haben Menschen automatisch mehr Kontakt zu Tierarten und auf sie spezialisierte Krankheitserreger2.

Mitunter erfolgt der Kontakt auch indirekt. Blutsaugende Insekten können beispielsweise Krankheitserreger von Wildtieren auf Menschen übertragen.

Massiver Artenrückgang

Ein massiver Artenrückgang durch die Zerstörung natürlicher Lebensräume von Tieren stellt eine weitere große Gefahr dar, dass Zoonosen entstehen. Die Zerstörung von Wäldern gilt inzwischen als die Hauptursache für Zoonosen. Viele Pandemien der jüngeren Vergangenheit lassen sich direkt auf die Zerstörung von Wäldern zurückführen2. Durch den Artenrückgang schwindet der natürliche Schutz, der sich aus einer hohen Artenvielfalt ergibt. Viele hochspezialisierte Arten sterben aus. Es bleiben nur einige wenige besonders anpassungsfähige Arten mit ihren Krankheitserregern erhalten. Der Kontakt der Menschen zu diesen wenigen Tierarten steigt. Das Risiko mit gefährlichen tierischen Krankheitserregern in Kontakt zu kommen, nimmt deutlich zu 5.

Klimawandel beschleunigt Entwicklung

Zusätzlich angetrieben wird diese Entwicklung durch den Klimawandel. Es kommt häufiger zu Extremwettersituationen, die wiederum von Menschen verursachte Ereignisse wie Waldbrände massiv verstärken können. Die Verluste großer Waldflächen beschleunigen den Artenrückgang zusätzlich.

Gleichzeitig begünstigen veränderte Klimaverhältnisse die Ausbreitung bereits vorhandener Krankheitserreger. Durch die ausbleibenden kalten Winter in den gemäßigten europäischen Klimazonen breiten sich hier beispielsweise verschiedene Stechmückenarten immer weiter aus, die bislang in Europa nicht heimisch waren. Diese Arten wiederum können Krankheiten verbreiten, die bei uns bisher ebenfalls kaum eine Rolle gespielt haben 5.

Schließlich tragen der globalisierte Handel und zunehmende Mobilität dazu bei, dass sich Infektionskrankheiten global schneller und weiter ausbreiten.

Lassen sich Pandemien künftig vermeiden?

Artenschutz als Schutz vor Pandemien

Vollständig werden sich Pandemien wohl nie verhindern lassen. Allerdings lässt sich das Risiko minimieren, dass immer mehr und schlimmere Pandemien ausbrechen, die auf Zoonosen zurückzuführen sind. Theoretisch lässt sich das Problem ganz einfach lösen: Der Klimawandel und der Artenrückgang müssten gestoppt werden. Wie schwer das in der Praxis ist, zeigen die Bemühungen und Verhandlungen auf nationaler und internationaler Ebene, sich auf verbindliche Klimaschutzabkommen und Emissionsgrenzen für CO2-Ausstoß zu einigen. Bei der Eindämmung des Artenrückgangs sieht es leider nicht besser aus.

Wiederaufforstung: Umweltzerstörung und Klimawandel eindämmen

Das heißt jedoch keineswegs, dass die Lage aussichtslos ist. Eine Möglichkeit, aktiv gegen Klimawandel, Umweltzerstörung und Artenverlust vorzugehen, sind Wiederaufforstungsprojekte für tropischen Regenwald. Richtig und nachhaltig geplant und umgesetzt sind sie eine effektive Maßnahme zum Klimaschutz und Artenverlust. Damit beseitigt die Wiederaufforstung tropischer Regenwälder direkt die Hauptursachen von Zoonosen.

Entscheidende Faktoren für eine weitsichtige und nachhaltige Aufforstung sind:

Fazit

Die aktuelle Corona-Pandemie ist mit sehr hoher Wahrscheinlich eine Zoonose, die sich auf eine Fledermausart zurückführen lässt. Viele schwere Infektionskrankheiten, die in der jüngeren Vergangenheit erstmals aufgetreten sind, werden auf ursprünglich tierische Krankheitserreger zurückgeführt. Darunter zum Beispiel HIV oder Ebola. Als Hauptursachen für den Übergang tierischer Krankheitserreger auf Menschen gelten ein zunehmender Kontakt von Menschen mit Wildtieren, Zerstörung natürlicher Lebensräume und der damit verbundene Artenrückgang. Der Klimawandel begünstigt diese Entwicklungen. Globalisierter Handel und Mobilitätsverhalten beschleunigen die Ausbreitung von Krankheitserregern. Das Risiko künftiger, möglicherweise noch weitaus schlimmerer Pandemien zoonotischen Ursprungs lässt sich unter anderem durch den Schutz und Wiederaufforstung tropischer Regenwälder wirksam verringern. Sie wirken den entscheidenden Ursachen für das Entstehen von Zoonosen entgegen.

Quellen:

[1] Redaktionsnetzwerk Deutschland: Forscher entdecken Ursprung des Coronavirus – https://www.rnd.de/gesundheit/woher-kommt-corona-ursprung-von-coronavirus-durch-forscher-entdeckt-GZG6XZOWNNDTNO7LWJOOBIGNJU.html

[2] Greenpeace: Wie Wälder uns vor Krankheiten schützen können – https://storymaps.arcgis.com/stories/2661a26b8e134ad585a44864ddc2999a

[3] The Dilution Effect – https://www.youtube.com/watch?v=zaAw_AtAK1U

[4] ntv: Corona ist nichts gegen das, was noch wartet – https://www.n-tv.de/wissen/Corona-ist-nichts-gegen-das-was-noch-wartet-article22225449.html

[5] Bundeszentrale für politische Bildung: Corona-Krise: Wie hängen Pandemie, Umweltzerstörung und Klimawandel zusammen? – https://www.bpb.de/politik/innenpolitik/coronavirus/308483/pandemien-umwelt-und-klima


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